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Es werden Posts vom September, 2022 angezeigt.

Zieldestination: St Stefan am Walde

 Guten Morgen! Die Lesereise bringt mich an ganz viele Orte in Österreich, die mir bislang unbekannt waren und dazu, neue Menschen kennenzulernen. Heute gehts nach St Stefan am Walde ins Oberste Mühlviertel - rund eine Stunde nördlich von Linz. Viele Menschen aus dieser Region kenne ich jedoch in diesem Fall aus meiner früheren Arbeit. Viele sehr Engagierte, die seit viele Jahren ihren Weg ganz gerade gehen. Gerade auf diese Wiedersehen freue ich mich sehr. Jetzt sitze ich jedoch nach meinem Frühstück noch in meinem Wohnzimmer und höre Igor Levits Interpretationen von Bach und einen kurzen Text von Isolde Charim über unser Ziel, immer mehr sein zu wollen als wir sind, den vielfachen Narzissmus. Dann gehts zum Morgen-QuiGong auf die Terrasse - es schaut noch etwas unwirtlich aus, aber die Katzen sind schon aus dem Haus und auch die Eichkätzchen sind schon sichtbar munter. Dann Büroarbeit. Ein paar Projekte gingen gestern mündlich nach ersten Gesprächen in die Vorbereitung, die versc...

More Sun. More Wind. More Peace.

 Guten Morgen! Heute hab ich mich sehr gefreut, als ich dieses neue Sujet der Europa-Grünen (siehe Überschrift) gesehen habe (schon gepostet) - es entspricht so ganz dem, was die Energiewende auch bedeutet: Klimaschutz, Demokratisierung, Jobs in der Region und Friedenspolitik. Denn fossile Energiepolitik ist in der Realität meist die Finanzierung von Despoten und damit von Krieg.  Daher brauchen wir endlich die Energiewende. Viele arbeiten derzeit daran, dass jetzt das notwendige Tempo kommt. Ich versuche auch meinen Beitrag zu leisten. Der Anschlag auf die Pipelines zeigt uns ja auch, wie verletzlich wir geworden sind. Und viele warnen davor, dass dies nicht die letzte Attacke auf die Infrastruktur sein wird. Es werden schwierige Monate, aber wir können das gut bewältigen, wenn wir zusammenhalten. Es sind so verrückte Zeiten. Passen wir gut aufeinander auf! Einen schönen Tag wünsche ich Euch!

Guten Morgen aus Salzburg

 Und wieder beginnt ein besonderer Tag. Bis Mittag bin ich noch in Salzburg, Freu mich schon auf ein Interview am Vormittag im Café Bazar. Und dann geht es zurück nach Wien für mehrere Videokonferenzen. Gestern Abend hatte ich hier in Salzburg meine 37.Lesung. Und wieder volles Haus, wunderbare Diskussion und ein engagiertes Publikum (incl Lola, einem lieben Hund, von dem ich vor Beginn der Veranstaltung noch ein Bussi erhielt). Vor der Veranstaltung kam noch ein Mann vorbei, um mir kurz zu sagen, ich sei der größte Verbrecher der Welt. Ich hab freundlich “Auf Wiedersehen” gesagt und er ist verdutzt wieder gegangen.    Die Veranstaltung selbst blieb davon ganz unberührt und war wirklich wieder sehr angenehm. Es ist schon faszinierend, wieviele tolle Menschen es in diesem Land gibt. Und mich überrascht, wie stark der Zulauf zu den Lesungen und auch zum Signieren auch noch ein halbes Jahr nach dem Erscheinen des Buches weiterhin ist. Natürlich freut mich das alles sehr....

Heute Salzburg

 Heute gehts nach Salzburg ins Parkhotel Brunnauer in die Elisabethstraße. Freu mich schon sehr. Die insgesamt 37.Lesung ist die erste Lesung im Bundesland Salzburg und ich hoffe wieder auf einen tollen Abend wie bei allen Lesungen in der Vergangenheit. Und wieder werde ich die Pandemie und ihre Zusammenhänge mit den anderen Krisen in den Mittelpunkt stellen. Auf Ö1 läuft im Hintergrund das Morgenjournal und beinahe unspektakulär klingt eine Meldung, die vielleicht irgendwann in den Geschichtsbüchern stehen wird: Druckabfall in beiden Gaspipelines aus Russland - nichts kommt mehr. Das war zu erwarten, dass nun weiter eskaliert und der Gaspreis weiter in die Höhe getrieben wird. Gerade zu dem Zeitpunkt, an dem viele zu heizen beginnen müssen, weil die Temperaturen fallen. Und damit hatten jene Recht, die bereits im Sommer vorgeschlagen hatten, von sich aus die Gaslieferungen aus Russland einzustellen, falls Putin nicht bereit ist, seinen Angriffskrieg zu beenden. Damals wurde argume...

Ein spannender Bürotag

 Nach einem verlesenen und verschlafenen Sonntag (schön wars!) hab ich heute nach einer Woche Lesereise wieder meinen Mac geöffnet, um die Büroarbeit zu erledigen. Da sind Rechnungen angekommen, Zahlungsverkehr muss kontrolliert werden, Honorarnoten wollen geschrieben werden, die nächsten Veranstalter werden kontaktiert, Abstimmungstelefonate geführt, die Buchhaltung gefüttert. Und dann die noch nicht gecheckten Mails gelesen. Und da ist heute wieder so viel Schönes dabei: ein Freund hat ein Kindheitsfoto entdeckt, das die Preisverleihung des Rollerrennens am Schwanenstädter Stadtplatz zeigt - ich schätze ich war 7 und mit Platz 3 war ich recht zufrieden. Aus Göfis sind die Fotos von der Lesung in der vergangenen Woche eingelangt - sehr schön geworden. Und viele positive Rückmeldungen zu den Veranstaltungen sind da. Als nächstes öffne ich die Mailrückmeldungen zu meiner Sonntagskolumne in der Krone - auch hier viel spannende Post. Dann bearbeite ich die sogenannten Sozialen Medien,...

Hurra - ein freier Sonntag!

 Ist das schön, wieder auf der eigenen Terrasse zuhause zu sitzen, die Blumen zu betrachten, den gewohnten Espresso zu trinken und so richtig durchzuatmen. Ich bin ein Mensch, der sehr gerne reist, der die neuen Eindrücke und Lebenssituationen sehr gern mag, der sich vor allem auf und über neue Begegnungen freut, aber nach Hause zu kommen in die bekannte Umgebung und endlich wieder im eigenen Bett zu schlafen, ist dann auch wieder sehr schön. Heute werde ich ganz in Ruhe den Tag genießen: lesen, eine Runde drehen, kochen, die Wäsche aus dem Koffer waschen. Das wird schön. Und dann auf die Ergebnisse der Tiroler Landtagswahlen und später auf jene des Wahlgangs in Italien warten. In Tirol ist der Ausgang völlig ungewiss. Werden die Verluste der ÖVP wirklich so dramatisch? Ich würde mich nicht wundern, wenn sich diese doch in Grenzen halten und sich ein Teil jener, die in Umfragen angegeben hatten, nicht mehr ÖVP zu wählen, sich dann doch wieder „noch einmal“ für ihre alte Partei ents...

Ein wunderbarer Abend

 Samstag Früh in Braunau. Wieder ein gutes Frühstück in einem bisher mir unbekannten Hotel. Und wieder ein Morgen wie alle in dieser Woche: müde, aber zufrieden. Denn wieder gab es gestern am Abend eine Veranstaltung, diesmal im Schloss Ranshofen, mit vollem Haus, guter Diskussion, engagiertem Publikum. Es ist eine große Freude für mich, das jeden Abend zu erleben. Und wieder eine lange Stunde im Anschluss beim Signieren der Bücher.  So unterschiedlich natürlich das Publikum auch immer wieder ist - manches ähnelt sich: überall eine gute Kultur und ein respektvoller Umgang miteinander, überall grosse Zustimmung, dass es jetzt Zusammenhalt braucht und dass unser Umgang mit Natur, Tier und Mensch sich ändern muss. Und überall die große Bereitschaft, jetzt Änderungen unserer Lebens und unserer Politik mitzutragen und zu unterstützen. Ich weiß ja nicht, ob Regierende anderer Parteien ähnliches erleben. Es wäre wichtig. Aber ich kenne die Situation in der Regierungsarbeit - in diese...

Das Wunder von Wörgl

 Ein Morgen in Wörgl - mit Sonnenschein und viel Autoverkehr vor dem Hotel. Gestern ging meine Lesereise weg von Rankweil via Feldkirch nach Innsbruck, wo ich mich mit LHStv Ingrid Felipe getroffen habe. Sie hat ja bereits vor Monaten ihren Abschied aus der Politik beschlossen. In ihren beiden Regierungsperioden hab ich viel und gut mit ihr zusammengearbeitet. Nach diesen zehn Jahren hat Tirol einen deutlichen Sprung an Verbesserung im Öffentlichen Verkehr geschafft, auch sozialpolitisch konnte viel durchgesetzt werden. Ingrid hat einen sehr guten Job gemacht und wir blicken in unserem Gespräch zurück - und auch nach Vorne. Sonntag ist Landtagswahl in Tirol und die Situation ist auch für politische Beobachter sehr unübersichtlich. Darüber plaudere ich kurz mit Prof Filzmaier, den ich am Bahnsteig in Feldkirch treffe. Gestern Nachmittag dann Ankunft am Bahnhof Wörgl, ich werde abgeholt. Und dann die Abend-Veranstaltung im Tagungshaus der Diözese. Wieder volles Haus, wieder eine herv...

Guten Morgen aus Rankweil!

 Ich sitze in Rankweil im sehr empfehlenswerten Gasthof „Mohren“ am Frühstückstisch und bewundere die nahen Berggipfel, die schon mit Schnee bedeckt sind. Bald heisst es schon wieder Abschied nehmen von diesem wunderbaren Bundesland, dann gehts weiter nach Innsbruck und am Nachmittag weiter nach Wörgl, wo um 19 Uhr die heutige Lesung startet. Gestern bin ich in der Früh in Linz gestartet und fast mit jeder Haltestelle wurde der Zug noch stärker überfüllt. Sechs Stunden bis Feldkirch, das war schon eine recht lange Zeit. Aber dann begann das schöne Vorarlberg zu wirken. Zuerst von Feldkirch mit der Regionalzug nach Dornbirn, und von da an per Bus nach Schwarzach zu Russ Medien. Um 17 Uhr an diesem sonnigen Tag ein 20Min-Einstieg ins lokale Fernsehen und retour nach Rankweil, einchecken im Hotel und rauf nach Göfis. Ein wunderbarer Ort! Nur 3500 EinwohnerInnen, aber schon eine halbe Stunde vor Beginn der Lesung sind die Leute gekommen. Die Lesung fand im alten Vereinshaus statt, eine...

Guten Morgen aus Linz!

 Beim Frühstück in der Linzer Innenstadt ist noch ein paar Minuten Zeit, diese Zeilen zu schreiben. Dann gehts zur Tram und zum Linzer Hauptbahnhof - und sechs Stunden per Zug ganz in den Westen der Republik. Zuerst in die Redaktion der VN und dann weiter nach Göfis zur heutigen Lesung. Übrigens zur ersten in Vorarlberg. Damit sind dann alle Bundesländer bereist, bespielt und „belesen“. Auf den Abend freue ich mich schon. Gestern Abend hatte ich eine nicht öffentlichen Lesung hier in Linz. Im Publikum vor allem Wirtschaftstreibende. Diese sehr vernünftig und kooperativ. Einige berichten darüber, dass die reale Lage ihrer Unternehmen ausgezeichnet sei, das Problem der Mangel an FacharbeiterInnen, natürlich auch die Energiekosten. Aber für die „katastrophale Stimmung“ gebe es zumindest derzeit keinen Grund, sie sei aus ihrer Sicht das eigentliche Problem. Lange diskutieren wir über Politik, warum Vernunft und Gelassenheit weniger werden und wie wir aus den Krisen wieder rausfinden. U...

Koffer packen

 Heute gehts los! Der Abreisetag für eine längere Tour ist immer aufregend. Von der ersten Etappe kehre ich Samstag am Abend zurück, also vier Hotelbetten, ausreichend Kleidung, die Arbeitsunterlagen und 1200 Kilometer im Zug. Vier Lesungen, ein Fernsehstudio, einige Interviews - eine Woche, die nicht langweilig wird. Und eine Woche, die aussagekräftiger ist wie jede Umfrage: wie ist die Stimmung der Bevölkerung? Wie groß sind die Ängste? Welchen Zulauf haben diejenigen, die darauf hoffen, Krisengewinner zu werden und die diejenigen, die die Gesellschaft spalten wollen? Oder gelingt es in einem Krisenmodus mit Zusammenhalt anzukommen? Bei jeder Zugfahrt, bei jedem signierten Buch, bei jeder Lesung ist dies auch ein Thema.  Sorgen macht mir am Beginn dieser fünfwöchigen Reise die nun stark anwachsende Covid-Pandemie. Ich hoffe wieder gesund heimzukommen. Es ist die letzte Etappe von Pandemia, dann gehts zu neuen Projekten. Ich freue mich darauf und freue mich auch darauf, manch...

Neue Woche, neues Glück

 Nach der gelungenen Premiere des neuen Vortragskonzeptes am vergangenen Freitag geht es nun fünf Wochen durch Österreich.  Heute erledige ich dafür die Vorbereitungsarbeiten wie Absprachen mit den Veranstaltern, Vorbereitung für die Bewerbung, Klärung der Fahrtrouten und Fahrtzeiten uvam Viel Kleinarbeit, damit ich morgen losreisen kann.  Sonst stehen heute bei mir viele Termine auf dem Programm - von einer Besprechung bei meinem Verlag bis zu mehreren Online-Konferenz und -Gesprächen. Das ist alles recht spannend und informativ. Die Voraussetzung für die nächsten Projekte. Und Morgen dann am Nachmittag nach Linz zu einer Lesung, die nicht öffentlich ist, und dann weiter nach Vorarlberg und via Tirol wieder zurück nach Oberösterreich (Braunau). Und am Wochenende dann zurück nach Wien. Fünf intensive Wochen, tausende Kilometer Zugfahrten, Hunderte Gespräche - spannende, schöne und anstrengende Zeiten.

Start der neuen Vortragsreihe

 Gestern habe ich an der MedUni meine neue Vortragsreihe gestartet - als Festvortrag des Kongresses für sexuelle Gesundheit. Ich finde es sehr gut, dass es diese Veranstaltung mittlerweile seit acht Jahren gibt, sexuelle Gesundheit ist in Österreich ein Tabuthema wie wieviele andere auch, etwa psychische Erkrankungen. Gute Stimmung im Hörsaal, noch ein paar Fehler, aber die richtige Konzeption. Worum geht es beim neuen Vortrag? „Pandemie, Klima und andere Krisen. Wie kommen wir da wieder raus?“ - der Titel verrät schon vieles. Am Beginn des Vortrages skizziere ich kurz die sechs großen Krisen unserer derzeitigen Gesellschaft, stelle anschließend dar, wie sie sich verbinden und was ihre Ursachen sind und analysiere, was sie aus uns machen. Und zum Schluss das Wichtigste, der Teil, der die Lösungen darstellt und wo wir bereits Fortschritte machen. Ganz am Ende der Übergang zur Diskussion durch eine etwas ungewöhnliche Einbeziehung des Publikums. Ist recht gut angekommen, triftt genau...

Wie kommen wir da wieder raus?

 Die Verkettung der Krisen, die Zeit der Widersprüche, unsere schlechte Vorbereitung - wie kommen wir wieder heraus aus den Krisen, welche Lösungen gibt es und was braucht es dafür. Diesem Kernthema widme ich mit heute bei meinem ersten Vortrag im Herbst ab 18 Uhr an der MedUni Wien beim Kongress für sexuelle Gesundheit. Anschließend gehts noch weiter zum Gespräch mit „Climbers for Future“ - auf beides freue ich mich sehr. Und nach der Generalprobe im Burgenland mit zwei ersten Lesungen geht es ab kommender Woche so richtig los mit der zweiten Halbzeit der Lesereise. Am Dienstag in Linz (nicht öffentlich), Göfis, Wörgl und Braunau. Also erstmals in Vorarlberg, wieder in Tirol und nach Oberösterreich. Das wird eine besonders interessante Woche. Und heute Abend wir auch für mich besonders spannend, weil ich erstmals eine neue Konzeption versuche und jede Premiere immer eine eigene Aufregung mit sich bringt. Ich berichte Euch!

Die Zeit des Negativismus

 In London stehen Hunderttausend Menschen eine Nacht lang in einer langen Reihe, um zum Sarg der Queen vorzukommen.  Am Telefon erzählt mir eine Freundin, dass sie und ihre Freundinnen heuer noch zwei Flugreisen planen, um die letzte Zeit noch zu nützen, die uns bleibt. Eine Analyse in einem Literaturmagazin beschreibt, dass es seit vielen Jahren keine Literatur über Utopien mehr gibt. Ich erinnere mich an die Bücher von Jules Verne, die ich in meiner Jugend gelesen habe. Unter anderem jene vom Leben auf 20.000 Meter unter dem Meeresspiegel am Grund des Meeres. Ich erinnere mich daran, wie ein mystisches Nichts - die Vorstellung von Untiefen - plötzlich in wenigen Stunden mit durch hunderte Seiten zum Ort der Kreativität und Phantasie wurde.  Heute fehlen uns positive Utopien völlig, die Literatur wird so wie unser ganzes Leben von Dystopie beherrscht.  Das tut uns nicht gut. Das schwächt uns. Das reduziert auch die Chance, wirksam gegen die wirklichen Bedrohungen un...

Herbst

 Der Herbst ist da! Der Kalender ist das eine, sinkende Temperaturen und Regen das andere. Ich liebe ja die Sonne, aber jetzt kommt auch eine gute Zeit. Milde Temperaturen, bunte Farben - und ja, auch die letzten Gelsen. Das Stöbern in den heutigen Morgenmeldungen in den Social Media und den internationalen digitalen Medien hat mir wieder einmal viel spannende Infos gebracht, die ich Euch nicht vorenthalten möchte und die vielleicht in meine Vorträge einfließen werden: - Bloomberg hat eine Abschätzung des heurigen Ausbaus  von Photovoltaik veröffentlicht und die gibt uns wirklich Hoffnung. Die Zahlen der Zunahme des Sonnenstroms gehen sprunghaft in die Höhe - analog zu den enormen Preissteigerungen bei fossilem Strom. Und fast noch wichtiger: die Produktion der wichtigsten Rohstoffe für PV wächst noch schneller. Damit können wir davon ausgehen, dass wir in den nächsten Jahren wenig Verknappung bei PV haben werden. - die zweite Geschichte wird heute von der „Zeit“ transportiert...

Dienstag

 Der Herbst kommt, es ist spürbar. Dennoch frühstücke ich auf der Terrasse. Mein Blick geht zu den Rosen, die ebenfalls mit dem Herbst ringen und wie wild blühen. Dahinter der alte Lindenbaum, ein Eichkätzchen klettert bereits von Ast zu Ast. So eine Pracht. Was er wohl erlebt hat in den hunderten Jahren seines Lebens? Wer ihn bewundert hat? Wieviel Aufregung über welche Krisen und Freuden an ihm vorbei gegangen sind? Heute hab ich einen entspannten Tag vor mir. Jetzt dann einen Fototermin am Donaukanal, dann einen Termin in der Stadt und am Nachmittag hab ich Zeit für die Vorbereitung des Vortrages. Ein fixer Teil bei allen Lesungen und Vorträgen nun immer das CO2-Messgerät, das mir die Konzentration der Aerosole in einem Raum zeigt. Damit kann ich feststellen, wann gelüftet werden muss und wie hoch jeweils das Risiko ist. Eine Initiative von ExpertInnen fordert nun die Beschaffung für das ganze Bildungssystem. Und ich unterstütze das voll und ganz, eine einfache Methode von Vorsi...

Der Schatz

 Guten Morgan am Montag früh. Es hat heute Nacht viel geregnet, das ist gut. Für die Luft, für die Natur, für die Gewässer. Wasser ist für uns heute so selbstverständlich. Ab in die Küche, Wasserhahn geöffnet, und beste Qualität an Trinkwasser kommt heraus. Rund um die Uhr. Überall im ganzen Land. Bei selbstverständlichen Teilen unseres Lebens verlieren wir ganz offensichtlich die Wertschätzung. Die Situation in vielen anderen Teilen dieses Planeten und auch bei uns in den vergangenen Monaten hat uns gezeigt, dass auch die Ressource Wasser nicht selbstverständlich ist. Wo der Wasserstand von Gewässer abnimmt, verschlechtert sich der Lebensraum für viele Tiere, verringert sich der Ertrag der Wasserkraft, muss ein Transportweg gestoppt werden. Verschärft wurden Niedrigstände dadurch, dass wir Gewässer jahrzehntelang immer mehr begradigt haben, das Wasser fließt dadurch immer schneller ab. Bei Hochwässern ein enormes Problem. Wir haben die Feuchtwiesen, viele Moore drainagiert, um Anb...

Fleisch-Wende

 Seit fast einem Jahr schreibe ich jede Woche eine Kolumne in der Krone am Sonntag. Manche haben mich zu Beginn - teils heftig - kritisiert, warum ich dies nicht in Falter oder Standard mache. Nein, ich habe ganz bewusst die Krone ausgewählt. Unter anderem deshalb, weil ich hier die meisten Menschen erreiche. Gerade am Sonntag. Und es ist eine gute Möglichkeit, etwa die für den Klimaschutz entscheidenden Themen so zu transportieren, wie ich glaube, dass dies wichtig ist. Vor allem mit dem Ziel, aus meiner Lebenswelt und meinen Veränderungen zu berichten und so den Umstieg hin zu einem klimaschonenden Leben attraktiv werden zu lassen. Gelungen ist mir dies etwa durch jene Kolumne, mit der ich Sommer beschrieben habe, wie ich per Öffis Eintagesausflüge an den Attersee mache. Enorm war die Resonanz, unglaublich viele haben mir in den folgenden Wochen geschrieben, dass sie das nun auch versucht haben und es wunderbar war. Das hat mir gezeigt, wie Veränderung für viele transportierbar u...

Die Stimme der Stillen

 Ein wundervoller Morgen in der Herbstsonne. Zurück von der gestrigen Lesung in Mattersburg lese ich mich durch die Twitterwelt. Die österreichische Innenpolitik in Aufregung, der Krieg in der Ukraine an einem Wendepunkt und immer mehr Sorge um das größte Atomkraftwerk Europas im Zentrum von Kampfhandlungen. Das ist hochgefährlicher Irrsinn, der jederzeit zu einer Katastrophe für halb Europa führen kann.  Gestern in Mattersburg die zweite Lesung der zweiten Halbzeit der Lesereise, bereits die insgesamt 32.Lesung. Wieder sehr guter Besuch, wieder eine sehr gute Diskussion und wieder interessante Schilderungen der Lage von Frauen in schwierigen Lebenssituationen durch Betroffene und Hilfsorganisationen. Teilweise wirklich dramatisch. Darum wird es jetzt gehen müssen: einerseits die für Oktober/November zu erwartende Herbstwelle möglichst gut abfedern und zweitens aus dieser Krise zu lernen und sich für die nächsten Krisen vorzubereiten. Ua durch bessere Ausstattung von Krisenman...

Gute und schlechte Nachrichten

 Der heutige Freitag beginnt mit einer besonders guten Nachricht: Volker Türk wird neuer Hochkommissar der UNO für Menschenrechte. Ich kenne ihn seit Jahren und erst eine großartige Besetzung: hervorragend ausgebildet, engagiert wie wenige, große Erfahrung - Türk wird eines der weltweit zentralen Themen der nächsten Jahre bestens bearbeiten. Ich freue mich für den Linzer und gratuliere ihm herzlich. Leider kommen heute morgen auch schlechte Nachrichten: neue Studien warnen, dass die ersten Kipppunkte für das Weltklima bereits 2030 eintreten könnten. So wenig Zeit bleibt uns also für die Klimawende. Kipppunkte bedeuten, dass eine neue Dynamik eintritt und die Entwicklungen außer Kontrolle geraten. Daher braucht es jetzt endlich volle Konzentration auf die Klimafrage als DEN ZENTRALEN Schwerpunkt der Politik auf diesem Planeten. Bei mir ist heute wieder ein recht intensiver Arbeitstag. Sitzungen und Treffen am Morgen, dann die Arbeit an meiner Kolumne für die Krone am Sonntag und am ...

Das war sehr fein!

 Gestern der Auftakt der 2.Halbzeit der Lesereise mit „Pandemia“. Im wunderbaren Weinwerk in Neusiedl am See mit professioneller Organisation und liebevollem Team im Weinwerk. Genau so geht moderne Weiterentwicklung von Altstädten: Tradition erhalten und durch moderne Funktionalität ergänzen.  Ankommend am Bahnhof in Neusiedl sind die paar hundert Meter zum Weinwerk fast schon ein kleiner Urlaub. Und in der Vinothek des Hauses sind die Schätze der Region in Weiß und Rot zu finden. EU-Förderung hat dieses dieses großartige kulinarische Juwel möglich gemacht. Ich hab mir fest vorgekommen: ich komme wieder, in meiner Freizeit, einmal für ein Wochenende. Ich freue mich über - trotz eines warmen Spätsommerabends - guten Besuch und sehr engagierte TeilnehmerInnen.  Ich freue mich über die Vertreterin von „Lichtblick“, die im zweiten Teil der Veranstaltung über die Erfahrungen aus der Pandemie für Frauen berichtet.  Und ich freue mich nach sehr guter Diskussion über viele S...

Im Weinwerk

 Heute starte ich die 2.Etappe meiner Lesereise mit „Pandemia“. Es geht ins wunderbare Weinwerk nach Neusiedl am See. Das Programm wird ganz umgestellt - nun sind die Betroffenen der Pandemie und die aktuellen weiteren Krisen im Focus. Und die Frage, welche Ursachen diese Verkettung von Krisen hat und wie wir sie lösen können. Und erstmals werde ich heute das neue Luftmessgerät einsetzen. Ich freue mich schon sehr auf den Beginn der zweiten Lesereise und auf die 31.Lesung. Und natürlich bin ich wieder mit Öffis unterwegs. Und natürlich berichte ich in den nächsten Wochen immer wieder von den Erlebnissen und Erfahrungen auf der Lesereise. Was tut sich heute sonst noch in meiner Welt: ein Termin mit einem Fotografen, Besprechungen und ein Treffen mit meiner Rückentherapeutin, der Ischiasnerv wartet schon seit Tagen darauf…. Und dazwischen Recherchen und Kommentare. Zum Beispiel verstehe ich es überhaupt nicht, warum wir im vollständigen Negativismus gelandet sind. Jetzt kann man etwa...

Earth for All

 Jeder Tag ist ein besonderer Tag, der heutige jedoch ganz besonders. Vor 50 Jahren hat der Club of Rome mit den „Grenzen des Wachstums“ viel zum Entstehen einer weltweiten Umweltbewegung beigetragen und Bewusstsein geschaffen.  Heute erscheint sein neuer Bericht „Earth for All“ in der deutschen Fassung und zeigt damit die aktuelle Lage und die notwendigen Strategien sehr präzis auf. Denn heute geht es nicht mehr vorrangig um Infoarbeit, sondern um die richtigen Strategien und politischen Druck. Das besondere Verdienst: der Bericht versteht es, die ökologische Dimension mit den sozialen Anforderungen in Einklang zu bringen und Gerechtigkeit und Armutsbekämpfung schlüssig als Schlüssel für eine gute Zukunft definieren. Eine gute Kurzfassung dazu etwa auf orf.at, der Bericht als Buch ab heute im Buchhandel. Große Leseempfehlung.  Wie notwendig politischer Druck und die richtigen Strategien beim zentralsten Zukunftsthema sind, haben auch die Sommergespräche des ORF gezeigt. ...

Schulbeginn und andere Starts

 Montag früh noch auf der Terrasse sitzen können beim Arbeitsstart, das ist eine echte Freude. Katzen sind nach kurzem Schlaf schon wieder in den Garten gestartet. Und ich hab jetzt dann gleich Expertenkonferenz zu Covid. Meine Einschätzung wird dabei eine Kritische sein: aus meiner Sicht ist die „Entwarnung“ so tief verankert, dass ein Großteil der Bevölkerung nicht mehr vorsichtig ist. Das ist auch eine Folge der Krisenkommunikation der letzten Monate und des Streichens fast aller Massnahmen. Vor allem auch des Streichens der Quarantäne. Wie schwierig das ist, zeigt das Vorgehen in den Schulen. Infizierte mit Masken in Schulen? Ich halte davon überhaupt nichts. Ich befürchte, dass der Schulstart ohne Schutz und die Rückkehr der Urlauber zum langsamen Aufbau einer nächsten Welle führt. Warum etwa nicht zumindest Luftmessgeräte beschafft wurden, ist mir gänzlich unbegreiflich. Ich habe eines gekauft und werde es bei den Lesungen ab Mittwoch einsetzen. Wird ein bestimmter CO2-Wert ü...

Dieser Sonntag ist ein Arbeitstag

 Nächste Woche geht es los mit dem intensiven Arbeits-Herbst und daher nütze ich den heutigen Sonntag zur Vorbereitung. Einige wichtige Termine ua mit Expertenrunden und Verlag, die ersten beiden Lesungen - alles muss heute noch detailliert vorbereitet werden. Bevor es los geht, noch ein Blick in die Mailbox meiner Krone-Kolumne. Die meisten Leserbriefe nach meinem Kommentar kommen immer bereits am selben Tag, alle werden beantwortet. Im Grund breite Zustimmung für die Notwendigkeit der Energiewende. Während ich das mache, entstehen die ersten Ideen für die Kolumne nächster Woche. Stichwörter schreibe ich in ein Notizbuch, das ich am Beginn meiner Arbeit von Conny Bischofberger geschenkt erhielt. Was mich immer mehr beschäftigt, ist die politische Lage in Europa in den nächsten Monaten. Ein Bericht vor drei Tagen im ARD hat mich schockiert - nichts Neues und dennoch alarmierend, wenn man die Bilder von Rechtsextremen sieht, die sich vernetzen und für den Krisenwinter mobilisieren. ...

Der Bischof und das Buch

 So ein schöner Herbsttag! Heute Samstag arbeite ich am Vormittag. Und Euch übermittle ich die Rückmeldung von Bischof Wilhelm Krautwaschl zu „Pandemia“. Vor einigen Wochen haben wir bei der Sommerakademie der Katholischen Männerbewegung in Horn kurz gesprochen und jetzt freue ich mich darüber, dass er sich Zeit genommen hat zum Lesen des Buches und zum Aufschreiben seiner  Gedanken. Ich bin dankbar für diese Wertschätzung. Bischof Krautwaschl schreibt mir zu „Pandemia“:“Mitten drin in der Pandemie eingeladen zu sein, diese auch in vielen Facetten erneut an sich vorüberziehen zu lassen - so jedenfalls habe ich die „Einblicke“ des früheren Gesundheitsministers verstanden. Tagebuchartig, gespickt mit anonymisierten Einzelfalldarstellungen und durch „fiktive Persönlichkeiten“ und ihre Sichtweise angereichert, lädt das Buch ein, sich erneut und in Ruhe mit vielen Facetten der Pandemie zu beschäftigen, die als eine von vielen Krisen derzeit unsere Welt und damit auch Europa heimsuc...

Tage der Vorbereitung

 Heute Freitag starte ich mit der medialen Vorbereitung meiner Lesereise im Herbst. Erster Punkt dabei die Aufnahme eines Podcast bei der Apa sowie eine Medieninformation mit den bisher fixierten Terminen. Geplant ist für die Lesungen, dass ich diesmal stärker die weiteren Krisen neben der Pandemie herausarbeite, Ursachen und Zusammenhänge sichtbar mache und Lösungen anbiete. Natürlich bin ich vom Neusiedlersee bis München wieder mit den Öffis unterwegs - das hat ja im Frühjahr hervorragend funktioniert und auch mir selbst gezeigt, dass das Angebot viel besser ist als wir glauben. Nun ist diese Form der klimafreundlichen Mobilität für mich persönlich auch faktisch alternativlos. Schon seit meiner Übersiedlung nach Wien war ich fast ausschließlich mit Öffis unterwegs - das vor der Haustür stehende alte Auto war ein Stehzeug, kein Fahrzeug. Und seit heute früh vor dem Haus kein Auto mehr. Freu mich schon sehr auf die Lesereise, weitere Termine sind noch in Ausarbeitung. Diesmal gehen...

Los gehts wieder - der Herbst in da!

 Nach einem wirklich schönen August mit viel Freizeit und einigen Tagesausflügen an die Seen im Salzkammergut, beginne ich mich heute auf die vielen Lesungen und Vorträge im September und Oktober vorzubereiten. In diesen wenigen Wochen hat sich ja viel getan: der Krieg wird leider mit unverminderter Schärfe durchgeführt, tagtäglich mit unendlich viel Leid und Schmerz, die Energiekrise ist schon allerorts spürbar - vor allem an den steigenden Preisen vorerst -, die Klimakrise wurde uns wieder allzu deutlich vor Augen geführt und auch die Pandemie ist alles andere als vorbei. Noch nie zuvor hatten wir Anfang September so hohe Infektionszahlen, so wenige Schutzmassnahmen und ein derartig geringes Risikobewusstsein. Und dennoch habe ich versucht, den August zu genießen. Und es ist schön, dass immer mehr Menschen in diesen Wochen mit dem Zug aus Wien oder Linz oder Wels zum Attersee fahren und auf das Auto verzichten. So viele haben mich in den Zügen und an den Seen auf meine Kolumne in...