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Aufarbeitung der Pandemie tut not

 In den letzten Wochen und Monaten haben die Meldungen der Coronaleugner neue Höhepunkte und meinem Eindruck nach seit der Koalition in Niederösterreich auch eine neue Aggressivität erreicht. Das hat damit zu tun, dass sie sich zunehmend im Recht fühlen, auch weil es seit vielen Monaten kaum mehr Aufklärung gibt. Umso wichtiger wäre es, eine schonungslose und unabhängige Aufarbeitung der tatsächlichen Fakten zu verwirklichen. Auch, um aus Fehlern zu lernen, Stärken auszubauen und bei einer nächsten Pandemie besser vorbereitet zu sein. Passiert dies nicht, dann bleibt für viele ein Zerrbild voller Verunsicherung über, ideal für die Behauptungen der Verschwörer. Für die nächste Epidemie oder Pandemie, für die nächsten Impfkampagnen wäre dies fatal. Daher ist es sehr gut, dass die GÖG in der Zwischenzeit in einem wichtigen Teilbereich, der Hospitalisierungen, an einer Analyse der Statistik gearbeitet und nun publiziert hat (siehe heutiger „Standard“). Dabei wird vieles bestätigt, was ...

Wie umgehen mit Klimaleugnern?

 Nach den Coronaleugnern sind es also die Klimaleugner, die für Diskussion sorgen. Oder sind es dieselben Poster? Fast scheint es so, auf meiner Timeline sind es meist dieselben Personen. Wieder sehr aggressiv, wieder absolut überzeugt die Wahrheit zu kennen, wieder besessen von einer Verschwörungsthesen, welches Übel Klimaschutz bewirken soll, wieder unfähig zum Dialog. Und wieder kommen die Agiteure von ganz weit Rechts. Und wieder werden sie parteipolitisch vereinnahmt und von der FPÖ verstärkt. Und wieder sorgen sie bei einem Teil der regierenden Politik für Verunsicherung. Die Wurzeln der Klimaleugner lassen sich lange zurückverfolgen. Im Lauf der Jahre wurden ausgehend von den USA Milliarden in Verunsicherung und Verwirrung investiert, um Klimaschutz zu verhindern. Das Geld kam von Personen im Umfeld der fossilen Industrie. Nun kommen weitere Komponenten dazu: die Bewahrer der fossilen Wirtschaft wissen genau, dass es nun um die Entscheidung über weitreichende Maßnahmen geht....

Historische Momente

 Es gibt Wochen der herkömmlichen Innenpolitik, von Auseinandersetzungen und Debatte, Ablenkungen und zentralen Themen, Lösungen und Verzögerungen. Aber manchmal entsteht eine Besonderheit, ein Moment, von dem aus man nicht mehr einfach zur Tagesordnung übergehen darf.  Ein solcher Punkt ist das Video der FPÖ Jugend. Voll ekelhafter Symbole, voll gefährlicher Handlungsaufrufe, alle Grenzen überschreitend, keinen sichtbaren Unterschied mehr zu den rechtsextremen Identitären. Das ist Radikalisierung im schlimmsten Sinn. Wie bedenklich die Stimmung im Land ist, zeigen aber auch manche Reaktionen. Wie etwa in den sogenannten Sozialen Medien von nicht wenigen aggressiv auf Kritik am Video reagiert wird. Menschen, die früher noch geschwiegen haben, outen sich jetzt voller Selbstbewusstsein. Diese Tage führen dazu, dass die Ziele der FPÖ sichtbar werden wie vielleicht noch nie. Die Partei distanziert sich keinen Schritt vom Video ihrer Parteijugend. Damit trägt sie es mit. Niemand ka...

Sozialprobleme im reichen Land

„Wie zukunftsfit ist das Südtiroler Sozialsystem“ war das Thema der Veranstaltung, zu der mich das Eurac nach Bozen geholt hat. Sehr schnell zeigt sich, dass Südtirol die selben Probleme aufweist, wie die meisten relativ reichen Gesellschaften. Die Kluft zwischen Arm und Reich klafft immer mehr auseinander, die Löhne von immer mehr Menschen reichen nicht mehr fürs Leben, Armut wächst. Parallel dazu die Probleme am Wohnungsmarkt mit einer sehr hohen Eigentumsquote von 70 Prozent aber starken Problemen im Bereich leistbarer Wohnungen. Das wiederum verstärkt die Probleme in der Pflege, viel zu viele gut ausgebildete haben Südtirol verlassen oder pendeln etwa in die Schweiz mit deutlich höheren Gehältern für Pfleger:innen. So wie Österreich sucht Südtirol für diese Probleme Lösungen und wird starke Budgetumschichtungen hin zum Wohnen und Sozialen benötigen. Probleme und Lösungsansätze sind hier in Südtirol recht ähnlich jenen in Österreich. Besonders interessant finde ich jedoch, was mir M...

Nachrichten aus Bozen

 Gestern hatte ich eine lange Reise von Wien nach Bozen. Zunächst mit der Tramway zur U4, weiter zur U6 und in Meidling hinein in den wunderbaren Railjet. Problemlos und mit viel Platz bis nach Innsbruck, Umsteigen in die S3 bis Brennero und von dort mit der Regionalbahn nach Bozen. Wiedersehensfreude! Acht Stunden ist sicherlich lang, aber es war angenehm und ich hatte viel Zeit zum Arbeiten. Hier angekommen, die paar Meter durch die Altstadt zum Citta.  Heute der große Kongress der Eurac:“Wie zukunftssicher ist Südtirols Sozialpolitik“ - bereits über 200 Anmeldungen. Einer der Hauptpunkte ist die Pflege - ein ähnliches Problemthema wie in Österreich. Besonders prekär hier auch die Lage am Wohnungsmarkt, viele Leerstände, enorme Preise und vor allem dadurch auch steigende Armut im wohlhabendend Südtirol Dazu treffe ich mich mit Kollegen aus der Politik, mache Medientermine und hab Zeit für ein Hintergrundtreffen mit Persönlichkeiten aus der Südtiroler Politik und Wissenschaft...

Bald beginnt der Herbst

 Freitag, der 25.August. Einer der letzten heißen Tage eines viel zu heißen Monats. Vor allem die Meere erreichten Rekordtemperaturen. Seit den 90er Jahren hat sich ihre Erhitzung verdreifacht. Besonders signifikant bei den Klimaanlagen des Planeten, der über 90 Prozent der freigesetzten Energien auf unserem Planeten aufnimmt und speichert.  In den USA hat gestern eine Fernsehdebatte der Präsidentschaftskandidaten der Republkaner stattgefunden. Angeklagter 01135809 hat gefehlt, aber auch er hätte wohl auf die Frage des Moderators nicht anders geantwortet. Wer glaube daran, dass der Klimawandel vom Menschen gemacht sei, war die einfach Frage, die jedes Volksschulkind richtig beantworten könnte. Nicht so bei den US-Republikaners. Kein einziger stimmte zu. Und so spitzt sich der Glaubenskrieg zur Klimafrage zu und die nächste Präsidentschaftswahl im November 2024 wird wieder zur Entscheidungsfrage für die Klimawende. Vier Jahre ohne und gegen die USA, damit wäre die Klimawende im...

Seit heute wird radioaktives Wasser aus Fukushima in den Pazifik gepumpt

 Was habt Ihr am 11.März 2011 gemacht, als ein Seebeben einen großen Tsunami auslöste, der 22.000 Menschen tötete und in Japan mit seinen hohen Wellen das AKW Fukushima schwer beschädigte und eine Kernschmelze in den Blöcken 1,2 3 auslöste. Konsequenz war eine enorme Freisetzung von Radioaktivität, rund ein Fünftel jener Menge, für die der GAU von Tschernobyl sorgte.  Für den Rückbau und die Entsorgungsarbeiten werden 30 bis 40 Jahre gerechnet.  Wie groß der Wahnsinn der Atomenergie ist, zeigt die Tatsache, dass gut zwölf Jahre nach der Atomkratastrophe seit heuöte radioaktiven Kühl- und Grundwasser in den Pazifik gepumpt werden, täglich 500 Tonnen, 30 Jahre lang soll dieses Experiment dauern. Das Wasser wird aufbereitet und soll „nur“ mehr Tritium enthalten. Die IAEA meint, die Auswirkungen dieser Aktion seien vernachlässigbar. Solche Einschätzungen haben wir schon oft gehört, viel zu oft waren sie falsch. All das zeigt den Irrsinn der Atomenergie. Nach wie vor gibt es k...