Zu Besuch bei einer ME/CFS-Erkrankten
Gestern war ich wieder einmal mit dem Zug unterwegs - direkt in die ländlichen Gebiete Niederösterreichs. Mein Ziel ist mit den Öffis gut erreichbar, zeigt mir ein Blick in den Scotty-Planer. Ich bin aufgebrochen, um eine ME/CFS-Patientin zu besuchen, die mich eingeladen hat. Obwohl ich überpünktlich bin, öffnet Frau S nach meinem Klopfen rasch die Tür ihrer liebevolle ausgestatteten Altbauwohnung. Wir setzen uns und ich sehe eine Frau vor mir, die seit ihrer Covid-Infektion im Jahr 2021 ein richtiges Martyrium hinter sich gebracht und sich doch auch ein wenig Hoffnung bewahrt hat. S. berichtet von ihren heftigen Symptomen, von den unzähligen Besuchen bei Ärztinnen und Ärzten, die ihr nicht helfen konnten, die oft wenig bis kein Wissen über ME/CFS hatten, von den ganz wenigen, hoch engagiertenNeurologen, die sich spezialisiert haben und entsprechend überlastet sind. Sie berichtet von ihrer Reha, die kontraproduktiv war, sie berichtet von der Traumatisierung durch einen Spitalsaufe...