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Schaffen wir ein gesundes Mittagessen, gratis für alle Kinder!

Österreichs Innenpolitik überrascht mich auch nach so vielen Jahren immer wieder auf das Neue. Die einen fahren zu den Taliban, der Bundeskanzler wiederum steht nach einem Video in der Kritik. Mir fallen dazu drei Ebenen ein: ein Politiker muss wissen, dass alles öffentlich ist, was er tut, auch eine Ansprache im kleinen Kreis. Wie Nehammer über Armut spricht, über Kinder, über Frauen, über Essen, belegt einen fortgeschrittenen Realitätsverlust und eine akute Verrohung. Drittens sollten wir aber nach der Politikdebatte einmal nicht sofort zur nächsten Auseinandersetzung übergehen, sondern Konsequenzen ziehen. Jetzt muss sichergestellt werden, dass jedes Kind in Österreich ein gesundes Mittagessen bekommt, dass wir in Schulküchen investieren, damit überall gesund gekocht werden kann und dieses Essen für alle Kinder gratis ist. Das wäre doch eine wunderbare Konsequenz. Jetzt ein Analyse, woran es fehlt, was es braucht und wie wir das gesunde Mittagessen für alle sicherstellen können. End...

Aufarbeitung der Pandemie - was wir daraus lernen

 Gestern war ich in Innsbruck zum Hochschultag eingeladen, übrigens in das neue Agnes-Heller-Haus, zu dem man gratulieren kann. Thema war die Beziehung zwischen Wissen, Politik und Medien in der Pandemie und was wir daraus lernen. Eines meiner Lieblingsthemen und ich denke, es sollte endlich eine breite Aufarbeitung dieser Zeit geben, um aus den damaligen Stärken und Fehlern zu lernen für die nächste Pandemie, die es angesichts unseres Umgangs mit der Natur wohl früher geben könnte als wir uns wünschen. Aus meiner Sicht müssen wir einige wichtige Verbesserungen erreichen: wir müssen besser vorbereitet sein, ua durch Krisenlager für wichtige Medikamente und Masken, benötigen eine enge Abstimmung innerhalb der EU und mit der WHO, brauchen moderne Strukturen in Form eines neuen Pandemiegesetzes, das ua Zuständigkeiten (Bund!), Kommunikationsverantwortung, Informationsfluss etc regeln soll. Wir müssen Krisenkommunikation lernen und trainieren, die enge Zusammenarbeit von Politik und Wi...

999 Tage ohne Klimaschutzgesetz

 Ein wunderschöner Morgen, schönes Herbstlicht und eine kraftvolle Sonne. In den Medien lese ich leicht verwundert von der neuen ÖVP-Kampagne. Ich finde ja auch, dass es Optimismus braucht. Aber so? Nicht nur, dass die angebliche Nicht-Mitglieder, die die Kampagne bei der Präsentation lobten, sich nach Recherchen der ZIB2 als Mitglieder der ÖVP herausstellten, sondern vor allem, weil Optimismus konkrete Handlungen als Ursachen benötigt. Und da muss man dem ÖVP-Chef schon sagen, dass sich viele von ihm im Stich gelassen fühlen, etwa die vielen Menschen, die auf Klimaschutz auch in Österreich hoffen. Tatsache ist, das zB das Klimaschutzgesetz und damit ein verbindlicher Plan mit klarer Aufteilung der Handlungen noch immer fehlt. Heute sind es 999 Tage ohne Klimaschutzgesetz in Österreich. Dass nicht einmal nach diesem extremen Sommer ein Ruck durch die ÖVP geht, die bisher verweigerten Gespräche geführt und endlich die notwendigen Maßnahmen wie das Klimaschutzgesetz, wie ein Bodensch...

Auf Tour

 Nach Bozen, Salzburg, Graz und zweimal Wilhering war ich gestern an meinem sechsten Auftrittsort im Herbst, in St Pölten. Wieder einmal eine Schulveranstaltung, 45 Minuten Lesung aus Pandemia und weitere 45 Minuten Diskussion mit den 16 und 17 Jährigen. Übrigens bereits die 53.Lesung aus meinem Buch über die Gesundheitskrise, das Exemplar ist bereits ziemlich zerschlissen. Und ich war zutiefst beeindruckt von der Aufmerksamkeit und dem Diskussionsniveau der Jugendlichen. Spannende Fragen, interessante Einwürfe und ein respektvoller Diskurs machten die Veranstaltung zum Vergnügen. Einige Jugendliche haben mich dann noch zum Bahnhof begleitet und mir auch bei diesem Gespräch gezeigt, dass diese Jugend wirklich Zukunft hat. Auch die Fahrt war sehr angenehm: 15 Minuten nach Hütteldorf, von dort in 20 Minuten in die Hauptstadt Niederösterreichs und in weiteren drei Gehminuten zum Schulzentrum. Alte Freunde im Zug getroffen, gute Gespräche. Ein schöner Tag. Morgen wird die Anreise dann ...

Am Weg zur Spaltung?

 Gestern Abend habe ich wieder einmal Post von Erwin bekommen, eines von einer Handvoll, immer gleicher Mails, die täglich Beschimpfungen und Drohungen übermitteln. Diesmal kündigt Erwin nach den nächsten Nationalratswahlen einen „blauen Himmel“ an, dann würde auf uns alle „Haft, Gulag und Urlaub  an der Ukrainefront“ warten.  Mitbürger wie ihn hat es immer gegeben, aber sie werden derzeit lauter, aggressiver und selbstbewusster und auch mehr. Der Politikwissenschaftler Laurenz Ennser-Jedenastik hat am Wochenende eine spannende Analyse publiziert: die Konsument:innen unterschiedlicher Medien gehen nach Parteilager stark auseinander. Bei Telegram und YouTube, aber auch Facebook liegt der Anteil von FPÖ-Wähler:innen stark über dem Durchschnitt, bei Insta und Twitter dominieren NEOS bzw SPÖ. Bei allen Medien zieht sich eine politische Teilung durch. Das ist ein weiteres Indiz, dass wir uns auseinander entwickeln. Für eine Gesellschaft ist das nicht gut, weil wir durch extrem...

Forum Humanismus

 Der gestrige Abend im Stift Wilhering war besonders. In der Theaterscheune mit fast 300 Besucher:innen, gemeinsam mit Cornelius Obonja, dem Choransensemble Vocamus und eine Reihe von Expert:innen entwickelte sich ein toller Abend. Das Forum Humanismus ist ein Verein, der aus Privatpersonen, der Gemeinde, dem Stift und anderen besteht, die in der Region Brücken bauen und die Region weiterentwickeln wollen. Großartig. Und heute gehts nach einer kurzen Nacht in Linz wieder in Wilhering weiter. Mit 50 ausgewählten Personen arbeiten wir einen Tag lang am Thema „Von der Polykrise zu den Polychancen“. Auch das eine wunderbare Idee. Ja, und das war sie dann schon, die erste Woche der Herbstreise. Salzburg, Graz, Wilhering und noch einmal Wilhering - lauter Top Veranstaltungen. Nächste Woche folgen St Pölten, Innsbruck und Voitsberg. Und schon ist der erste Teil der Herbstreise vorbei. Ich liebe diese Zeit sehr. So viele Inspirationen, Ideen, Begegnungen. In der Politik hatte ich meist nic...

Leben mit Demenz

 Ein Morgen in Graz. Gestern war für mich ein lehrreicher Tag. Vor und nach der Abendveranstaltung in der FH Joanneum habe ich viel über die Probleme beim Leben von Demenzerkrankte erfahren. Aber auch bei der Diskussion im zweiten Teil meines Vortrages, bei dem viele Betroffene anwesend waren. Von den Lücken in der medizinische Versorgung, über große berichtete Ungerechtigkeiten bei der Zuerkennung der Pflegestufe, die offensichtlich zuwenig die spezifische Probleme bei der Betreuung von Demenzerkrankten berücksichtigen. Bis hin zum fehlenden öffentlichen Bewusstsein. Letzteres beginnt sich gerade zu drehen, vor allem weil engagierte Selbsthilfegruppen wie hier in der Steiermark eine tolle Arbeit machen. Als Ansprechmöglichkeiten für Betroffene und ihre Angehörige, aber auch als Brücke zur Öffentlichkeit. „Brücken bauen“ war daher auch der Titel meines Vortrages. Nur wenn Gesellschaft und Politik besser verstehen, wie groß und drückend das Problem der bereits 130.000 Betroffenen un...