Junior und der Duft der Hündin
Hallo, Ihr Lieben, schön dass Ihr wieder in meinen Blog schnuppert, den ich jeden Sonntag dem Herrli diktiere, der ihn dann abtippt - und in dem ich Euch schildere, wie mein Leben so läuft.
Und auch diese Woche war wieder so viel los, ihr werdet es gar nicht glauben, wiiiieee viiiiel das war.
Sooooo viel!!
Eine neue Errungenschaft sind seit einiger Zeit unsere Morgenläufe. Die sind einfach herrlich. Die Luft, die Bewegung, die Gemeinsamkeit, der Spass miteinander. Herrli und ich starten dabei ganz am Morgen eine Laufrunde und das macht sehr viel Spaß. Wir sind nicht so schnell unterwegs, aber wir laufen und wir werden auch besser. Es macht uns beiden sichtlich Freude. Und es gibt keine Regeln, außer keine Vollbremsungen.
Zb gestern: wir starteten gleich beim Gartentor mit unserem Lauf, über die Straße, rauf auf den Küniglberg, runter zur Promenade und dann mit forciertem Tempo wieder zurück zu unserem Haus. Am Schluss ganz schön flott. Sehr schöne zwanzig Minuten. Und ich freue mich darüber, dass auch der Herrli immer fiter wird.
Doch heute, heute ist es passiert. Wir waren am letzten Abschnitt, also mit relativ schnellem Tempo, als mir plötzlich völlig unvermittelt ein Duft in die Nase schoss. Es war wie ein Blitz aus dem Nichts, dem ein heftiger Donner folgt. Denn die Duftnote der läufigen Hündin erreichte mich so unvermittelt, dass ich wie versteinert stoppen musste. Von 100 auf Null in unter einer halben Sekunde. Es war eine Notbremsung, völlig alternativlos. Der Staub wirbelte auf, die Grasbüschl flogen durch die Luft. Und während der Herrli noch um seine linke Hand, mit der er die Leine hielt, kämpfte, lag ich schon am Grasbüschl und schleckte und schleckte ihre Duftnote auf. Welch wundervoller Geruch, welch verzauberte Welt!
Just in diesem Moment ereilt mich der Donnergroll, der nicht vom Himmel kam, sondern vom Herrli, dem ich den Arm beinah ausgerissen habe, sagt er. Ich denke, er übertreibt. Sehr sogar.
Sicherlich, wir waren grad im Sprint. Sicherlich, ich bremste aus dem vollem Tempo und aus dem Nichts innerhalb weniger Zentimeter in den Stand. Sicherlich hat es den Herrli beinahe umgerissen. Aber es ist doch nichts passiert. Und was, bitte sagt, was hätte ich anderes machen sollen, wenn der Duft der Hündin ruft?
Etwas zerknirscht sind wir weiter gelaufen. Keiner gab einen Laut von sich. Schweigsam. Zurück zum Gartentor.
Es dauerte Minuten, bis er mich endlich wieder streichelte und mir ein Keksi schenkte. Und ich ihm ein Bussi.
Alles wieder gut. Wie ich seit meiner Geburt fühle und der Herrli auch immer sagt: konzentrieren wir uns nicht immer nur auf die Probleme, sondern auch auf die Freude. Vor allem auf die Freude und das Schöne.
Und morgen laufen wir wieder am Morgen. Wieder eine flotte Runde. Und es wird schön und wir werden die Runde supertoll durchlaufen. Es sei denn, sie…. Ihr wisst schon…. Es sei denn sie war wieder unterwegs.
Dann stehe ich wieder vor eine großen Entscheidung.
Eine Entscheidung, die ich selbst so gar nicht beeinflussen kann. Denn in Wirklichkeit macht das etwas in mir. Etwas, gegen das ich mich nicht wehren kann.
Herrli, das musst du doch verstehen!! Es wird so oder so sehr schön. Ich freue mich schon drauf.
Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntag. Nutzt das schöne Wetter - fürs Wandern, Schlafen oder Laufen.
Alles Liebe
Euer Junior