Junior in Caorle

 Willkommen, meine Lieben, auf meinem Blog, in dem ich Euch jeden Sonntag Einblick in mein Leben gebe. Ich diktiere, der Herrli tippt freundlicher Weise alles herunter, weil meine Pfoten zu groß sind für die kleine Tastatur unseres iPad. 

In dieser Woche ist sooo viel geschehen. Erzählen möchte ich Euch von meinem Ausflug nach Caorle mit dem Opa. Also, ich meine natürlich nicht meinen leiblichen Opa, sondern den der Zweibeiner. Den Papa von der Frauli darf ich auch Opa nennen. Der ist ganz lieb, kann ganz toll kraulen, ich mag ihn sehr. Mit ihm sind noch neun andere Zweibeiner seiner Familie in meiner Herde gewesen, die gemeinsam drei Tage nach Caorle gefahren ist.

Und das war so aufregend: mit dem Zug nach Villach ganz früh am Morgen, dort eine lustige Runde und weiter nach Caorle an das Meer. Bald waren wir hier und erstmals durfte ich am Strand sausen. 

Das Wetter war großartig - für mich: kalt und viel Regen, genauso wie es mir gefällt. 

Mein Job war es, auf die Herde zu achten, sie beisammen zu halten und aufzupassen, das niemand verloren geht. Denn manchmal teilte sich die Herde, manchmal wollten sie die verschiedensten Dinge gleichzeitig und das alles an einem unbekannten Ort. Ein ziemlicher Stress, doch der beste Job der Welt.

Samstag zum Beispiel sind wir dem Meer entlang in das alte Fischerdorf gegangen - jeder Meter ein Abenteuer. Zuerst andere Vierbeiner, dann viele Mails im Sand, alles mögliche Unbekannte wie die schönen Quallen lernte ich kennen.

Wir gingen durch verschiedene Zonen: die Zone der angeschwemmten Muscheln, dann eine Zone mit ganz kleinen zermalmten Muscheltteilchen, eine, die ganz leer war und eine mit ganz vielen Holzis und Stockis. Am Schluss kurz vor dem Fischerdorf ein ganz hoher Holzihaufen! Sowas hab ich noch nie gesehen, ein Holzhaufen so hoch wie ein Hochhaus. Ein richtiger Berg!

Was war das für ein grandioser Duft. Geruchsschwaden voller Geschichten von Tausenden Hunden - so muss auch das Internet der Zweibeiner sein.

Und dabe immer auf die Herde achten und die zahlte mir meinen Job vielfach zurück: vor allem mit vielen Streicheleinheiten. Der das am besten kann, ist der Opa. Manchmal war mein Job so richtig hart, weil ich immer wieder gigantische Gefahren bestehen musste. Am Samstag abend etwa in der Altstadt: es war schon dunkel, viele Menschen waren unterwegs, auch einige Hunde und plötzlich stand ich vor dem Eisgeschäft und -  vor dem Ungeheuer. Ich sah in pechschwarze, gefährlich Augen, das Monster war dreimal größer als ich, es hatte türkise Flecken am ganzen weißen Körper und Hufe an den Beinen. Die Herde behauptete, es wäre eine Kuh aus Gips, aber so lasse leicht ich mich nicht täuschen. Ich verbellte daher das Monster mit aller Kraft, so lange, bis es vor Angst erstarrte. Ich hatte das Ungeheuer besiegt und konnte wieder freudig wedelnd meines Weges traben.

So vergingen die Stunden in Caorle rasend schnell und gleichzeitig hatte ich am Nachhauseweg das Gefühl, ich hätte hier Wochen verbracht.

Schon im Zug träumte ich wieder von den Abenteuern in Caorle, doch bald kam ich in meinem Traum nach Wien zurück, Und als ich wieder aufwachte, war ich schon wieder in meiner Großstadt - am Bahnhof, in der U-Bahn, der Straßenbahn und in meinem Revier, wo ich gleich die wichtigsten News checkte. Dann hinauf in unsere Wohnung - welche Freude meine Katzenfreunde Jeanny und Toni wieder zu sehen. Traurig war nur, dass der größte Teil der Herde schon wieder im ganzen Land verstreut war.

Das waren schöne Tage und das wird eine schöne Zeit. Gleich morgen geht es weiter mit dem wunderbaren Leben, Ihr werdet sehen!

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