Juniors erste Demonstration und die Rolle seiner beiden Berater

 Hallo, Ihr Lieben, schön, dass Ihr auch heute wieder in meinen Blog schnuppert, den ich jeden Sonntag verfasse. Hier schreibe ich über meine Erlebnisse der Woche.

Und diesmal war wirklich unfassbar viel los, ich kann Euch gar nicht alles erzählen. Also bleiben wir beim wirklichen Höhepunkt: meiner ersten Demo. Und das kam so:

Der Herrli hat mich am Vortag gefragt, ob ich mitgehe. Es gehe gegen die Böller zu Silvester. Da hab ich sofort ja gesagt, denn ich geh überall hin gerne. Und dieses Anliegen finde ich besonders wichtig, denn die Knallerei war ja furchtbar.

Dann hat er mir erklärt, was eine Demo ist: also wenn man zeigen will, dass man gegen etwas protestiert oder etwas fordert. Und sich das mit anderen, die die selbe Meinung haben, zusammen macht. Manchmal berichten dann Medien darüber und dann hat man Aufmerksamkeit für das Thema. Und er, der Herrli, ist schon auf unzähligen Demos gewesen. Bei seiner ersten, gegen eine Waffenfabrik, die Diktatoren belieferte, war er im zarten Alter von 20 Jahren. Hahaaa, 20! Ich bin 2!

Also habe ich mich beraten lassen - von Jeanny und Toni, meinen beiden Katzenfreunden in unserer Herde.

Und ich habe gemerkt, dass das schwierig werden könnte, denn Jeanny und Toni haben gemeint, dass ich da ganz gesittet in einer Reihe mit anderen Hunden gehen (Jessas!) und viel bellen müsste. Denn das Motto der Demo hieß ja:“Bellen gegen Böller“. Und beides ist nicht meine Stärke: ich belle kaum und ich kann nicht gut brav und geduldig gehen - vor allem wenn Hunde vor, hinter, links und rechts von mir sind. Da muss ich doch spielen!!

Da wurde die Jeanny grantig und hat gemeint: „Dann bleibst halt zuhause!“

Und Toni meinte:“Also reiß dich zusammen! Viel bellen und brav gehen. Wir drücken Dir alle Pfoten, die wir haben.“

Und so fuhren wir los: mit unserer schönen Straßenbahn zu U-Bahn und von deren Haltestelle gingen wir zur Hofburg, wo der Bundespräsident wohnt. Den kenne ich, der mag uns Hunde sehr!

Und als wir näher kamen, haben wir sie schon gesehen und gehört - und ich hab sie gerochen: Viele Hunde und ihre Zweibeiner haben sich auf einem Platz vor der Hofburg versammelt. 

Was war das für eine Aufregung:“Ich bin der Junie“, hab ich allen beim Kennenlernen gesagt, „kannst aber gern Jun zu mir sagen.“ Und bin von Hund zu Hund gezogen, den Herrli im Schlepptau hinter mir.

Einer hatte ein lustiges Halsband vom SK Rapid, einem Fußballverein. Andere waren groß und lieb, andere klein und hektisch. Und umgekehrt. Ohhhh, wie aufregend das war!!

Es hat so wunderbar gerochen, alle waren freundlich und nervös.

Demos sind toll.

Dann sind wir losgezogen und den kurzen Weg zum Parlament gegangen. Herrli hatte mir erzählt, dass er in diesen Häusern lange Zeit gearbeitet hat.

Hier am Gehsteig war es sicher besser und lustiger. Herrli hat versucht, dass wir uns einordnen. Aber das ging gar nicht: ein Wedel vor meiner Nase und ein Nase dicht hinter mir! Da muss man doch spielen! Oder andere interessante Dinge treiben. Was ich bei etlichen Kollegen auch versuchte.

Also habe ich für etwas Leben im Demozug gesorgt. 

Schließlich sind wir doch noch vor dem Parlament angekommen und mussten Aufstellung nehmen. Und wie auf Kommando begannen meine Kollegen immer mehr zu bellen und plötzlich ging es auch mit mir durch und - ich bellte! Und wie!!! Tief und laut und unaufhörlich. Ich habe in fünf Minuten mehr gebellt als mein ganzes Leben lang.

Dann kam die Fotosession. Das kann ich normalerweise gut. Aber verflixt, neben mich hat sich eine wunderschöne weisse Schönheit mit langem Haarkleid gesetzt. Und so drängte und zog ich zu ihr, während der Herrli versuchte mich Richtung Kameras auszurichten. Und so schauen wir am Foto auch aus!

Dann noch Interviews und spezielle Fotos. Die Zweibeiner waren freundlich und es wurde ruhiger.

Plötzlich waren alle wieder weg und wir sind ins naheliegende Kaffeehaus gegangen, um uns zu stärken. Der Chef des Café hat mir gleich eine große Schüssel Wasser gebracht und mich für mein Engagement gelobt. Und nach ein paar Schluck bin ich gleich am schönen Boden eingeschlafen.

Demonstrieren ist anstrengend, aber sehr aufregend und wichtig. Müsst Ihr auch einmal machen! 

Es macht Spaß wie das ganze Leben!! Und stille Silvester ohne tausende verrückte Raketen und ohrenbetäubende Böller. Das wär doch was!


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