Ist Junior süchtig nach Dogmails?
Hallo, Ihr Lieben, schön, dass Ihr heute wieder in meinen Blog schnuppert, in dem ich jeden Sonntag die Ereignisse der Vorwoche für Euch aufschreibe.
Und jessas, da war unfassbar viel los: die Schneehölle, das Eis, der Matsch, und…. soooooo viiiiel anderes.
Und ein Grundsatzproblem ist aufgetaucht: ist es noch normal, dass ich jeden Tag stundenlang Dogmails lese?
Der Herrli hat mir vorgeworfen, dass ich süchtig bin. So ein Unsinn!!!!
Oder doch nicht?
Und das hat folgenden Grund: jeden Tag gehen wir vier mal raus: am Morgen, zu Mittag, am Abend und vor dem Schlafengehen. Je älter ich werde, desto länger dauern diese Runden. Nicht, weil sie immer länger werden, was die Distanz betrifft - das auch manchmal -, sondern meist nur die zeitliche Dauer. Nicht weil ich nicht mehr schnell gehen könnte, sondern weil ich länger brauche. Und das hat einen einfachen Grund: auf der Strecke befinden sich Tausende Mails von anderen Hunden.
Und da schreibt der Barry, dass er eine Magenverstimmung hat, die Susi, dass sie schlecht geträumt hat und die Fiffy, dass sie läufig ist. Letzteres sind natürlich die spannendsten Dogmails (Sex & Rock’n’Roll), jene, an denen ich am längsten lese: nach vorne und zurück, leicht bewegt mit meiner Pfote, gerade in den letzten Schneetagen war das eher ausführlich und konnte schon ein paar Minuten dauern. Pro Mail.
Wer kennt das nicht, dass man in einem Text plötzlich hängenbleibt, etwas hinterfragen muss, nochmals vo vorne beginnt und die Erzählung ganz langsam, Wort für Wort, genießt. Und vor allem haben ja zum Zeitpunkt meines Lesen bereits Dutzende Hunde reagiert und ihren Senf (oder so ähnlich) dazu gegeben. Auch das muss gelesen werden, bedacht werden, abgewogen werden und beantwortet werden.
Tja, das Leben ist nicht nur ein Kinderspiel!
Aber spannend und schön!!
Und so ist es bei mir: ich lese und lese und lese - und natürlich gebe ich schlussendlich eine ausführliche Antwort. Alle 20 cm ein Mail, ja da kommt schon Zeit zusammen.
Und manchmal wird der sehr geduldige Herrli leicht ungeduldig: lieber Junior, das dauert ja ewig, wir können doch nicht alle zehn Zentimeter eine halbe Stunde warten - da vergeht ja der ganze Tag! Das ist natürlich restlos übertrieben, die Mails finden sich doch nur alle 20 cm im Durchschnitt.
Und auslassen, auslassen will ich wirklich keine Nachricht. Bin ich deswegen süchtig?
Dann wäre der Herrli ja auch süchtig, er verbringt auch viel Zeit im Netz. Und ich reg mich darüber auch nicht auf. Also meist nicht, außer…. er brauch einfach zuuuu lange und das Spazierengehen verzögert sich. Dann werde ich auch ungeduldig. Und ich setze mich vor ihn hin und starre ihn an. Das hält er nicht lange aus. Was ist los, Jun, fragt er dann bald. Und ich starre weiter. Dann kennt er sich rasch aus.
Ich glaube übrigens, der Herrli ist selbstkritisch geworden. Er setzt nämlich nun eine Maßnahme gegen die Netzsucht (eine Krankheit, die der Sucht nach Dogmails ähnlich ist): Sonntags nie, heißt es nun. Sonntags keine Mails und überhaupt kein Internet. In der Früh verschickt er mir meinen Blog und Schluss und aus. Schluss und aus!! Ratzfatz!
So das Vorhaben ab heute. Mal sehen, ob er das schafft.
Soll ich das vielleicht auch versuchen? Einen ganzen Tag ohne Dogmails???
Nein, lieber nicht, ich warte einmal ab, wie sich dieser Versuch beim Herrli auswirkt. Wenn es gut wirkt, kann ich in ein paar Wochen (oder Jahren) noch immer seinem Beispiel folgen und falls es schlimme Nebenwirkungen hat, kann ich diese vermeiden.
Wäre doch fürchterlich, nicht zu wissen, dass der Barry eine Magenverstimmung hat, die Susi schlecht geträumt hat und die Fiffy läufig ist.
Oder doch nicht Denn noch viel interessanter ist es doch, wenn der Barry, die Susi und die Fiffy selbst leibhaftig auftauchen. Und ich direkt mit ihnen kommunizieren kann und nicht nur via Bande.
Dann gehts ans Eingemachte und plötzlich sind die Mails gleichgültig. Vor allem wenn die Fiffy daher läuft. Jessas, so eine Aufregung!!