Juniors glückliche Zeit
Willkommen, Ihr Lieben, in meinem Blog, mit dem ich Euch jeden Sonntag über mein Leben berichte.
Und heute über besondere Tage, besonders glückliche Zeiten.
Ich bin ja insgesamt ein sehr glücklicher Vierbeiner, aber diese Zeiten, die ich derzeit erleben darf, sind besonders. Denn ich bin - gemeinsam mit meinen Zweibeinern - wie schon vor einem Jahr für einige Zeit in Süditalien. Wie immer haben wir auf Ferien im Sommer verzichtet und verbringen eine glückliche Zeit im Herbst im Süden Italiens. Ohne Hitze, mit weniger Touristen und mehr Entspannung.
Was ich da so mache? Ich fresse italienisches Hundefutter (oh wie gut das schmeckt), ich schwimme im adriatischen Meer (wie angenehm warm das noch immer ist), ich laufe über den Strand (zu dieser Jahreszeit sind kaum mehr Touristen hier) und ich lasse mich von Italienerinnerinnen und Italienern und von Touristen hinterm Ohr kraulen und liebkosen. „Bellissimo“, rufen viele von weitem, manche machen Fotos von mir und andere zeigen uns Fotos von ihren Hunden zuhause in den USA oder Großbritannien oder Kanada.
Was ich hier besonders liebe? Das Graben am Strand und wälzen im Sand! Oft hole ich dem Herrli einige Holzstücken aus dem Wasser (er wirft und ich schwimm), danach wälze ich mich so lange, bis ich über und über voller Sand bin. Doch, Überraschung: gut geschüttelt und schon bin ich wieder sauber. Dann kann ich wieder ins Wasser, in den Sand und schütteln und wieder gehts ins Wasser undundund. Ganz besonders wunderbar ist es, wenn am Morgen auf den kleinen Stränden in unserem Stadtteil keine Menschen zu sehen sind, auch keine Fischer an der Küste stehen - dann lässt mich der Herrli frei herumtschundern und ich darf tun und lassen was ich will. Bis zum Beginn der Strasse - wenn ich dort angelangt bin, ruft der Herrli sehr laut und langgezogen „Juuuuun!!“ und ich sitze sehr schnell und sehr brav. Denn das ist wichtiger Teil unseres Deals.
Was auch toll ist: die Wolkenbrüche beim Spazierengehen! Es scheint ruhig und sonnig, doch plötzlich zieht während einer längeren Runde eine schwarze Wolke auf und wir werden so eingeregnet, dass nichts mehr trocken bleibt.
Oh, das macht - zumindest mir - großen Spass. Und erfrischt! (Bis zum ersten Donnergollen - da dränge ich mich rasch an meine Zweibeiner und beschleunige wie sie mein Tempo)
Oft bin ich den ganzen Tag über feucht und nass - bis ich mich am Abend dann zum Herrli auf die Sofa lege, meinen Kopf auf seinem Oberschenkel und mich von ihm kraulen lasse. Bis es dann nochmals los geht zur Abendrunde. Hinunter ans Wasser, entlang der Küste und zurück auf der anderen Seite hin zu unserer kleinen, günstigen Wohnung.
Genauso schön sind die Begegnungen mit den vielen Katzen, die hier frei leben. Stellt Euch vor, die werden sogar einmal pro Tag an verschiedenen Stellen der Stadt, wo kleine Futterschüsseln stehen, gefüttert! (Die Stadt nennt sich ja auch die „Stadt der Katzen“. Aber wir Hunde sind auch erlaubt). Da könnte ich mir ein Leben als freier Hund auch gut vorstellen, bei dieser Betreuung mit wunderbarem Futter in völliger Freiheit. Sogar eine alte Ruine mitten in der Stadt ist reserviert für die Katzen - keine Menschen dürfen dort rein.
Aber ohne meine Zweibeiner? Nein, lieber nicht!
Aber ich könnte das ganze Jahr hier bleiben und fressen und schwimmen und graben und wuzeln und tschundern. So ein Leben, so ein Glück!
Ich wünsche Euch auch einen schönen Sonntag! Findet Euer Glück!
Das wünscht Euch Euer
Junior vulgo Junie vulgo Jun